Wir durften am Abend des 4. Juli einen sozialwissenschaftlichen Vortag von Prof. Dr. Keller (Uni Ulm) über die Ursachen von Rassismus bzw. von Stereotypen lauschen. Das Manufakturcafé Animo! war bis auf den letzten Platz gefüllt und wir haben einiges gelernt.
Unter anderem, dass Stereotypen nicht zwingend immer falsch sein müssen, jedoch in der Regel nicht auf Fakten basieren und auf eine ganze soziale Gruppe bezogen werden. Sie eignen sich also auf keinen Fall, um Schlüsse bezüglich Individuen zu ziehen, wie es unter anderem bei Rassismus der Fall ist.
Das Verhalten von allen Menschen wird durch Stereotypen beeinflusst. Deshalb muss zwischen Entscheidungen, die durch Stereotype bewusst und unbewusst beeinflusst sind, unterschieden werden. Bei spontanen Reaktionen überwiegen dabei oft unbewusste Stereotype.
Es gibt unterschiedliche Ansätze, die die Entstehung solcher Stereotype zu erklären versuchen. Dazu gehört die Rechtfertigung der eigenen sozialen Verhältnisse, das Suchen eines Sündenbocks oder die Entwicklung aus einem sozialen Konflikt. Studien zeigen, dass allein die Einteilung in zwei Gruppen von Menschen ausreicht um die eigene Gruppe als besser zu empfinden. Außerdem ist die quantitative Unterlegenheit einer Gruppe ausreichend, um den Mitgliedern dieser Gruppe negative Eigenschaften zuzuschreiben. Das zeigt, dass auch Stereotype ohne Wahrheit gebildet werden können und man sich auf sie auf keinen Fall verlassen kann - sie sind gefühlsgesteuert.
Als Fazit von Herrn Kellers Vortrag kann man mitnehmen, dass Stereotypen nicht hundertprozentig abgeschafft werden können, aber es möglich ist Stereotype akkurater zu machen, indem Stereotype vermehrt durch Fakten geformt werden als durch Gefühle. Das meint, dass bei Entscheidungen versucht werden sollte, nachzudenken und sich nicht von unbewussten Stereotypen beeinflussen zu lassen.