Aktivismus bedeutet seine Überzeugungen in die Gesellschaft zu tragen und sich für sie einzusetzen. Dass solcher Aktivismus, wie er beim FCLR praktiziert wird, auch aktuell besonders wichtig ist zeigt unter anderem die Friedrich-Ebert-Stiftung mit der Mitte Studie 2016. Diese zeigt, dass sich rechtspopulistische Einstellungen in Form von subtilem rechtsextremen und menschenverachtenden Denken in die Mitte der Gesellschaft ausgebreitet haben.

Dabei ist es ein großer Unterschied, ob man menschenverachtende Einstellung nur generell ablehnt oder ob man auch entsprechend seiner Überzeugungen handelt.
Beginnen tut Aktivismus immer bei einem selbst. Damit, dass man die eigenen Sichtweisen und das eigene Handeln hinterfragt. Die Frage, die sich anschließend stellt ist, wie und wo kommuniziert man seine Meinung und setzt sich dafür ein?
1. Im privaten Umfeld Stellung beziehen
Wer rassistischen Äußerungen von Freunden oder Familienmitgliedern nicht widerspricht, stimmt ihnen dadurch indirekt zu. Es ist verständlich, dass die Hemmschwelle höher liegt, wenn man mit demjenigen gegen den man argumentiert in einem persönlichen Verhältnis steht. Es ist wichtig eine politische Diskussion von der persönlichen Beziehung zu distanzieren. Der Mut für seine Überzeugung einzustehen lohnt sich.
2. Öffentlich Stellung beziehen
Auf rassistische Übergriffe muss entsprechend reagiert werden. Es sollte selbstverständlich seine Zivilcourage zu zeigen und ein Verantwortungsgefühl dafür zu besitzen, gegen jegliche Gewalt gegen Personen, etwas zu unternehmen. Auch wenn man sich selbst natürlich nicht in Gefahr bringen sollte, die Polizei rufen und Umstehende zur Hilfe auffordern kann jeder.
3. Im Internet Stellung beziehen
Die Anonymität im Netz bietet die Grundlage für die Verbreitung radikaler menschenverachtender Meinungen. Da sich oftmals niemand für die Verfolgung solcher Taten verantwortlich fühlt, ist es umso wichtiger, dass entsprechende Beiträge in Foren oder Chats den Betreibern der Plattform gemeldet und entfernt werden. Außerdem sollte sich jeder Leser solcher Beiträge dazu angehalten fühlen diesen argumentativ zu widersprechen.
4. Soziales Engagement
Natürlich besteht der Einsatz gegen menschenverachtende Einstellungen nicht nur aus „conta“. Solidarität in der Gesellschaft wird am besten gefördert, indem sie selber vorgelebt wird. Zum Beispiel durch den Einsatz für Rechte von Minderheiten, wie Homosexuelle oder durch Arbeit für und mit Geflüchteten.
5. Politische Teilhabe
Damit ist nicht unbedingt das Bekleiden von politischen Ämtern gemeint. Es geht in erster Linie darum die Meinungen in die Politik zu kommunizieren. Dazu können zum Beispiel Demonstrationen, öffentliche Diskussionen oder Petitionen genutzt werden. Dazu gehört auch, dass man die Menschen in seinem Umfeld über entsprechende Veranstaltungen und Aktionen informiert.

Natürlich hat Aktivismus auch Grenzen, keine geographischen, sondern humanitäre. Aktivismus darf sich nicht gegen die Menschen mit menschenverachtenden Einstellungen richten sondern gegen deren Überzeugungen.
Demokratie und Menschenrechte müssen geschützt und gewahrt werden. Deshalb darf Gewalt gegen Menschen kein Mittel sein!

Sensibilisiert euch und bleibt wachsam. Lasst euch keine Meinung aufbinden und bezieht Stellung gegen menschenverachtende Einstellungen.

Die Organisator*innen des FCLR-Ulm.